Weshalb Lerncoaching-Deutschland? – Im Gespräch mit Hanna Hardeland

Frau Hardeland, Sie haben im März 2015 Lerncoaching-Deutschland gegründet und mittlerweile schon einige Partner in Deutschland gewonnen. Was war der Grund für die Gründung?

Hardeland: „Es gibt nicht einen Grund, der zur Gründung von Lerncoaching-Deutschland geführt hat, sondern viele Gründe. Seit 2010 bilde ich Lerncoaches im Rahmen der Fortbildung zum Lerncoach aus. Dabei kommen ganz unterschiedliche Seminarteilnehmer zusammen, welche die Fortbildung aus unterschiedlichsten Gründen besuchen.

Sehr viele schwärmen von positiven Lerncoaching-Erlebnissen: „Das ist eine so erfüllende Arbeit!“ oder „Ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich klappt!“ – das sind Sätze, die ich in meinen Lerncoaching-Kursen häufig höre. Leider haben die ausgebildeten Lerncoaches an ihren Schulen oder Institutionen kaum Ressourcen, um Lerncoaching anzubieten. Viele der erst einmal so euphorischen Lerncoaches resignieren, weil sie Lerncoaching quasi ‚on top‘ anbieten müssen. Dann sind sie frustriert.“

Was hat das mit der Gründung von Lerncoaching-Deutschland als Partnernetzwerk für Lerncoaches zu tun?

Hardeland: „Wie heißt es so schön: Love it, leave it or change ist. Ich bin ein Typ, der ‚change it‘ mag. Deshalb kam mir die Idee, zu den zertifizierten Lerncoaches zu sagen: Wenn ihr von euren Schulen und Arbeitgebern … keine Ressourcen bekommt und frustriert seid, weil euer Lerncoach-Know-how zu trägem Wissen verkommt, dann findet eine Nische und macht euch als Lerncoaches selbstständig. Leider kenne ich bisher kaum jemanden – bis auf meine bisherigen engagierten Partner –, die sich als Lerncoaches selbstständig gemacht haben.

 

Was glauben Sie, woran es liegt, dass sich so wenige als Lerncoaches selbstständig machen?

Hardeland: „Das hat verschiedenste Gründe: Ich glaube, dass vielen der Mut fehlt. Es ist mit viel konzeptioneller Arbeit, Zeitaufwand und einigen finanziellen Mitteln verbunden. Viele scheuen davor zurück, weil sie sich nicht als Einzelkämpfer am Markt behaupten wollen.

Außerdem stelle ich verstärkt fest, dass Frauen meist weniger risikobereit sind oder vielfach stärker durch Beruf und Familie belastet sind. Männer scheinen diesbezüglich mutiger bzw. unabhängiger zu sein. Als Frauen. Kurios finde ich dann wiederum, dass selbstständige Frauen meist erfolgreicher als Männer sind (Zeit-Online vom 04.11.2013, letzter Zugriff 20.05.2015).  Und für all diejenigen, die gern Unterstützung haben und nicht alles allein stemmen wollen, habe ich das Partnerkonzept Lerncoaching-Deutschland entwickelt.

 

Wovon profitieren die Partner von Lerncoaching-Deutschland?

Hardeland: „Der Partner kann sich unter der geschützten Dachmarke (nebenberuflich) selbstständig machen. Alle Partner profitieren von einem Lerncoach-Netzwerk, anstatt sich allein durchschlagen zu müssen. Es gibt viele fertige Materialien wie Flyer, Internetportal, Geschäftsausstattung – eine Rundum-sorglos-Ausstattung sozusagen.

Außerdem profitieren die Partner von meinen Erfahrungen aus mehrjähriger Lerncoach-Praxis. Und am wichtigsten ist, dass wir gemeinsam agieren. Einiges an Arbeit verteilt sich dadurch auf mehrere Köpfe und einen Großteil übernehmen wir in der Zentrale. „Die Arbeit als Lerncoach und der Verdienst sind für die eigene Tasche. Zusätzlich gibt es das positive Feedback unserer Klienten.“

Mir ist es auch wichtig, Lerncoaching weiter zu verbreiten. Zum Beispiel zielt Nachhilfe nur auf Wissensvermittlung ab. Wenn ich sehe, wie viel Geld jährlich für Nachhilfe ausgegeben wird, dann wird mir ganz anders. Ich bin davon überzeugt, dass Lerncoaching nachhaltiger ist, weil es dem Lernenden die grundlegende Lernkompetenz vermittelt, anstatt ihn wie Nachhilfe mit Wissen zu füttern. Als Lehrerin weiß ich, wovon ich rede.“

 

Wer kann Partner werden?

Hardeland: „Das Partnerkonzept richtet sich an von mir zertifizierte oder vergleichbar professionell ausgebildete Lerncoaches. Hauptsächlich richtet sich das Partnerkonzept an Personen, die sich nebenberuflich selbstständig machen wollen, deshalb ist die Mitgliedergebühr auch gering. Wenn ein Lerncoach vollberuflich selbstständig sein will, ist das jedoch auch möglich. Außerdem können Coaches und Lerntherapeuten Partner werden, diese können dann sozusagen eine Speed-Fortbildung zum Lerncoach bei mir absolvieren.“

 

Wie läuft die Arbeit in der Community genau ab?

Erst einmal freue ich mich sehr, dass Lerncoaching-Deutschland so gut angenommen wurde. Seit März 2015 sind wir am Start und haben jetzt schon einige Partner. In dieser Runde können wir Lerncoaching-Deutschland vorantreiben. Lerncoaching-Deutschland steht auch für eine herausragende Lerncoaching-Qualität. Es sind top ausgebildete Lerncoaches, die für eine sehr seriöse und professionelle Arbeit stehen. Der Gedanke, dass sich deutschlandweit aktuell ein Lerncoach-Expertennetz bildet, erfreut mich sehr. Dies gilt auch und gerade, weil unsere Kunden vielfach sehr jung sind, da liegt es mir am Herzen, dass die Schülerinnen und Schüler an Profis geraten und nicht an laienhafte und womöglich selbsternannte Lerncoaches.

Die Partner treffen sich bspw. zu Fortbildungen. Jetzt im Spätsommer 2015 findet unsere erste Marketingschulung mit einem externen Experten statt. So können wir alle voneinander lernen und sind in Sachen Vertrieb und Marketing gut aufgestellt. Die Idee ist, dass wir uns gegenseitig anspornen, motivieren und von den Erfolgen aller profitieren. Warum soll jeder das Rad neu erfinden. Was in Hamburg klappt, klappt auch in anderen Städten, was in dörflichen Gegenden in Hessen, z. B. in Vellmar klappt, klappt auch woanders. Hannover, und was in Kassel klappt, klappt auch im Landkreis Eckernförde. Ich glaube an diese Idee und bin sicher, dass sich unser Partner-Netzwerk stetig vergrößert.

 Das klingt spannend. Vielen Dank!

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